Musalaha konzentriert sich auf Versöhnung. Wir haben diese Fragen & Antworten auf unserer Seite veröffentlicht, weil sie uns so häufig gestellt werden. Um Fortschritte in unserer Versöhnungsarbeit zu erzielen, legen wir größeren Wert auf Einheit und Beziehungen als auf politische und theologische Meinungen. 

Wie ist Musalaha's Meinung zur palästinensischen Nation? Sind sie per Definition eine Nation? Haben sie ein Recht auf einen Nationalstaat? Mit anderen Worten, hat Palästina ein Existenzrecht?

Die Definition des Oxford Dictionary für eine Nation lautet: "Eine große Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Abstammung, Geschichte, Kultur oder Sprache vereint sind und in einem bestimmten Staat oder Territorium leben." Musalaha bekräftigt, dass die Palästinenser eine Nation, d.h. eine Volksgruppe sind, jedoch noch ohne einen Nationalstaat. Das palästinensische Volk hat das Recht, einen Nationalstaat nach internationalem Recht zu entwickeln. Das Personal und der Vorstand haben unterschiedliche Meinungen hinsichtlich der politischen Implikationen eines palästinensischen Nationalstaates. (Dies variiert von einer Ein-Staaten-Lösung zu einer Zwei-Staaten-Lösung usw.).

Hat Israel das Recht, als Nationalstaat zu existieren? Wie ist Musalaha's Meinung bezüglich Israel als jüdischer Staat? Erkennt Musalaha Israel als jüdisch an?

Musalaha bekräftigt, dass Israel nach dem Völkerrecht als Nationalstaat existiert und als Solches das Recht hat, zu existieren. Wir erkennen an, dass sich Israel als jüdischer und demokratischer Staat definiert. Wir begrüßen Israels demokratische Ideologie, ein Staat zu sein für das jüdische Volk und all seine Bürger, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit oder Glaubensbekenntnis.

Wie steht Musalaha zum Militärdienst?

Musalaha verdreisst weder den obligatorischen Militärdienst, noch das Recht Israels, sich selbst zu verteidigen. Unser Vorstand und unsere Mitarbeiter vertreten eine breite Palette von theologischen und politischen Positionen, die sich über folgende Bereiche erstrecken: *ethisches Engagement im Militärdienst, Nationaldienst, Kriegsdienstverweigerung und Pazifismus. Gemeinschaft und Einheit zwischen Gläubigen sind heilig und sollten jede politische Allianz oder Zugehörigkeit oder gar Einstellung zum Militärdienst ersetzen. *Wenn wir ethisches Engagement im Militärdienst sagen, beziehen wir uns auf die moralischen und ethischen Implikationen und Handlungen des Dienstes einer Person. Mit anderen Worten, wie man dient, ist wichtiger als die Position, in der man dient.

Wie geht Musalaha mit dem andauernden Konflikt um?

Wir sind Gott gegenüber für unser Verhalten innerhalb des Konflikts verantwortlich. Wir müssen uns selbst fragen: "Sind wir Teil der Lösung oder sind wir Teil des Problems?" Der Konflikt ist eine Gelegenheit für uns, die Ethik des Reiches Gottes zu gestalten - und damit Ihm Herrlichkeit zu bringen und Hoffnung für die jeweiligen Menschen.

Wie können wir unseren Erfolg angesichts des anhaltenden Konflikts messen?

Wir messen unseren Erfolg an den Veränderungen, die wir im Leben der Menschen sehen, insbesondere in ihren Einstellungen zu Versöhnung und Gemeinschaft. Darüber hinaus messen wir unseren Erfolg daran, dass die Menschen sich engagieren, zurückkehren und sich weiterhin daran beteiligen, Brücken zwischen den Gemeinschaften zu bilden. . Einige unserer Mitarbeiter und der Vorstand sind der Ansicht, dass unser Erfolg nicht an dem gemessen wird, was wir sehen können, sondern an unserer Treue zu Gottes Auftrag, sich miteinander zu versöhnen. Gleichzeitig betonen andere, dass biblische Versöhnung kein Selbstzweck ist, sondern das Mittel, mit dem unsere jeweiligen Gesellschaften für Christus beeinflusst werden. (Johannes 17:21)

Wie steht Musalaha zu den großen theologischen Fragen (Endzeit, Land Israel, Juden, Ersatztheologie)?

a) Trotz der Tatsache, dass in den Augen vieler Menschen dies große theologische Fragen sind, glauben wir, dass es viel wichtigere theologische Fragen gibt, z.B. wie wir Gott lieben und wie wir andere lieben. (Lukas 10:27, Matthäus: 5-7) b) Zudem werden die obigen theologischen Unterschiede als Ausreden benutzt, um die Gemeinschaft miteinander schwerwiegend einzuschränken. Wir glauben, dass dies im Widerspruch zu Christi Lehre vom Reich Gottes steht. c) Unsere Gemeinschaft zelebriert Vielfalt und Einheit. Musalaha bietet Raum für unterschiedliche Meinungen und theologische Ansichten des Vorstands, der Mitarbeiter und Teilnehmer. Alle sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen und ihren Standpunkt zu äußern. Es ist wichtig, dass wir unsere unterschiedlichen Ansichten diskutieren und die Freiheit haben, sie auf eine respektvolle, Gottesehrende Weise zu diskutieren. d) Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass, wenn unsere Theologie dem Anderen keinen Raum bietet und uns zu Hass oder Diskriminierung führt, wir unsere Theologie überdenken müssen. Wir müssen auch die moralischen und ethischen Implikationen unserer Theologie berücksichtigen und oft können wir das nur lernen, wenn wir unsere Positionen mit denen diskutieren, die gegensätzliche Ansichten haben. Wir ermutigen uns gegenseitig, unsere theologischen Positionen mit Demut zu verteidigen und unser gegenseitiges Recht zu respektieren, Positionen zu vertreten, die nicht unsere eigenen sind.

Vertritt Musalaha und die Leitung die sog. Ersatztheologie?

Mit Nachdruck Nein! Musalaha befürwortet keine spezifische Endzeit-Theologie und insbesondere keine Ersatztheologie. Um ein Beispiel zu geben, wie einige von uns dies erörtern, sei hier das Buch aufgeführt "Through My Enemy’s Eyes" von Musalaha Geschäftsführer Salim Munayer und Musalaha Vorstandsmitglied Lisa Loden. Sie diskutieren den Supersessionalismus (Ersatztheologie), die Theologie des Doppelbundes und den Dispensationalismus, neben anderen theologischen Bezügen, die für die messianisch-jüdischen und palästinensischen christlichen Gemeinschaften wichtig sind. Vor allem im Geiste der Versöhnung betonen sie die Notwendigkeit intellektueller Nächstenliebe und hermeneutischer Demut in unseren theologischen Diskussionen.

Wird die Mitwirkung bei Musalaha als Mitwirkung zur sog. "Normalisierung" betrachtet?

a) Wir definieren "Normalisierung" als diejenigen Denk- und Verhaltensweisen, die den Status quo von Palästinensern akzeptieren oder bekräftigen durch Interaktion mit Israelis. Wir glauben nicht, dass Musalaha oder unsere Teilnehmer sich an der Normalisierung beteiligen. Vielmehr wird der Status quo durch die Anwesenheit von Palästinensern in Versöhnungsbegegnungen hinterfragt. Versöhnungsbegegnungen beginnen das Gespräch, reißen Mauern ein und erlauben uns, die soziopolitische Situation des Anderen zu verstehen. Wir lernen uns auch als Mitmenschen kennen, die nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. b) Uns ist bewusst, dass das Treffen zwischen Palästinensern mit Israelis als Beteiligung an Normalisierung wahrgenommen werden könnte. Unabhängig von sozialen Meinungen begrüßen und beklatschen wir diejenigen, die sich zur Beteiligung an Versöhnungsinitiativen entscheiden und die sich für das Reich Gottes und die Gemeinschaft mit Brüdern und Schwestern im Messias einsetzen.

Was sind die Ziele von Musalaha?

Musalaha möchte die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern fördern, wie es das Leben und in die Lehre von Jesus demonstriert hat. Wir bemühen uns, eine Ermutigung zu sein und Versöhnung zu unterstützen, zuerst unter den palästinensischen und israelischen Gläubigen und dann darüber hinaus auch in unseren jeweiligen Gemeinschaften. Musalaha zielt auch darauf ab, nach biblischen Prinzipien der Versöhnung Brücken zu bilden zwischen den verschiedenen Bereichen der israelischen und palästinensischen Gesellschaft.

*Anmerkung: Einige unserer Vorstandsmitglieder haben sich mit bestimmten Aspekten dieser Aussage schwer getan. Zum Beispiel haderte ein Vorstandsmitglied mit der Aussage über Israels Demokratie, ein anderer wiederum mit gewissen Aussagen über Palästina als Nation sowie mit der Aussage über Musalaha's Haltung zur Militärpflicht. Jedoch fühlen sich beide Brüder, ebenso wie der Rest des Vorstands, weiterhin dazu verpflichtet, unsere Gemeinschaft und Einheit im Messias über unsere Meinungsverschiedenheiten bezüglich der politischen Situation zu stellen.